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Der islamische Sufismus betont vor allem die innere Dimension des Islam. Er ist eine bedeutende Strömung innerhalb des islamischen Denkens.
Sufismus bedeutet etymologisch sich in Wolle kleiden (d.h. einfache Kleidung tragen, wie dies z.B. die Derwische vor allem in der Frühzeit des Sufismus taten und auch heute noch tun). Der Begriff bezeichnet Wege, durch die der Mensch Gott direkt erreicht und zur Erkenntnis Seines verborgenen Wesens vorstößt. Der Sufismus ist die Wissenschaft von der inneren Welt des Menschen, der Realität der Dinge und der Mysterien der Existenz. Sufis wiederum sind Menschen, die den höchsten Rang universeller oder vollkommener Menschen anstreben.
Ziel des Sufismus ist es, die Eigenschaften Gottes und das eigene Selbst zu erkennen, d.h., sich der eigenen Armut und Bedeutungslosigkeit bewusst zu werden und in allen Dingen bescheiden zu sein. Sufismus bedeutet, ein erkenntnisreiches Leben voller Liebe und Sehnsüchte der Seele zu führen. Dafür ist es jedoch notwendig, den menschlichen Bedürfnissen bis zu einem gewissen Grade zu entsagen und sich die Eigenschaften der Engel bzw. die Moral Gottes anzueignen. Der Sufismus möchte alle Hindernisse zwischen Gott und dem Menschen aus dem Weg räumen. Nur wer sich aller weltlichen Dinge vollständig entledigt, kann bis zum verborgenen Geheimnis Gottes vorstoßen und Gott intuitiv und direkt erkennen.
Der Sufismus betont den Vorbildcharakter des Lebens des Propheten Muhammad. Die Lauterkeit des Glaubens und das Erreichen einer größtmöglichen Schönheit in den Bezeugungen der Größe Gottes stehen ebenfalls im Vordergrund. Sufis folgen dem Propheten in allen Lebensbereichen und orientieren sich bewusst an seinem Beispiel. Sie hinterfragen ihr persönliches Leben und erfüllen die ihnen vom Islam auferlegten Pflichten. Sie verwirklichen die Gegenwart Gottes in all ihren Taten und in all ihren Gedanken. In der islamischen Geschichte war der 767 gestorbene Abu Haschim al-Kufi der Erste, der “Sufi” genannt wurde. Mit ihm entwickelte sich der Sufismus im 8. Jahrhundert europäischer Zeitrechnung, etwa hundert Jahre nach dem Tod des Propheten Muhammad (632), langsam als eine asketische Bewegung.
Sufis bemühen sich, das Wohlgefallen Gottes zu finden und in Übereinstimmung mit den Erfordernissen des Wissens um Gott und mit der Liebe zu Ihm zu leben. Sie reinigen ihr Herz von anderen Bindungen als der Suche nach Gott und streben danach, allen Neigungen, Wünschen und Gelüsten des fleischlichen Selbst zu widerstehen. Sufis stellen ihre eigenen Interessen zu Gunsten der Ansprüche Gottes zurück und bekennen dabei aufrichtig ihre Bindung zu und ihre Festhalten an Gott.
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